
Ist denn schon Weihnachten?
Hallo aus meiner Schreibstube,
ihr werdet es nicht glauben, aber bei mir wird gerade heimlich an Weihnachten gebastelt. 🎄
Ab dem 1. Dezember gibt es nicht nur dienstags und freitags etwas von mir, sondern jeden Tag ein Türchen auf meiner Homepage. Ich gestalte nämlich einen digitalen Adventskalender für euch und bin selbst schon ganz aufgeregt.
Natürlich würde ich euch am liebsten sofort alles erzählen.
Mach ich aber nicht. Ein bisschen Vorfreude muss ich schließlich auch für euch übrig lassen. 😉
Nur so viel: Es wird persönlich, mit Geschichten, kleinen Überraschungen und vermutlich nicht ganz ohne Katze.
24 Türchen aus meiner Schreibstube. Für euch.
Ich hoffe, ich habe euch ein bisschen neugierig gemacht – und ihr habt beim Öffnen genauso viel Freude wie ich jetzt schon beim Gestalten. 😊
Was hinter den Türchen steckt, behalte ich vorerst für mich. Bei anderen Dingen wäre es manchmal auch ganz gut, wenn sie nicht sofort weitererzählt würden.
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Damit bin ich bei einem Thema, das mich gerade beschäftigt:
Stille Post für Fortgeschrittene
Kennt ihr noch das Spiel „Stille Post“?
Einer flüstert seinem Nachbarn einen Satz ins Ohr. Der gibt ihn weiter, der Nächste auch. Und am Ende kommt etwas heraus, das mit dem ursprünglichen Satz ungefähr so viel gemeinsam hat wie eine Katze mit Gehorsam.
Als Kinder haben wir darüber gelacht.
Als Erwachsene nennen wir es Gerüchte.
Und irgendwie ist uns dabei das Lachen abhandengekommen.
Da erzählt jemand, jemand anderes hätte etwas gesagt. Ob das stimmt? Keine Ahnung. Aber die Information stammt schließlich aus zuverlässiger Quelle!
Nämlich von jemandem, der jemanden kennt, der angeblich etwas gehört hat.
Na dann. Fall abgeschlossen. Sherlock Holmes kann in Rente gehen.
Das Problem ist nur: Wir sitzen nicht mehr auf dem Schulhof.
Wir reden über Menschen. Über Gefühle. Über Vertrauen.
Ein einziger Satz, der vielleicht niemals gefallen ist, kann ausreichen, um Freundschaften zu zerstören, Kollegen gegeneinander aufzubringen oder jemanden so tief zu verletzen, dass er am liebsten alles hinschmeißen würde.
Warum glauben wir manchmal lieber dem, der etwas weitererzählt, als dem Menschen, um den es eigentlich geht?
Warum fragen wir nicht nach, bevor wir uns ein Urteil bilden?
Natürlich kann auch jemand lügen, der etwas abstreitet. Aber genauso kann sich jemand verhört, etwas falsch verstanden oder eine Geschichte ausgeschmückt haben.
Eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass wir fest genug daran glauben.
Vielleicht sollten wir uns öfter daran erinnern, dass Worte Konsequenzen haben. Auch die, die wir nur weitertragen.
Denn bei der Stillen Post gab es früher wenigstens eine Auflösung.
Im echten Leben bleibt manchmal nur ein Mensch zurück, der nicht einmal weiß, wofür er sich eigentlich rechtfertigen soll.
Und das finde ich verdammt traurig.
Während ich darüber nachgedacht habe, fiel mir Florian ein. Ihr kennt ihn vielleicht schon aus meinem Romanprojekt „Wenn Brüder gehen“.
In dieser Geschichte ist Florian zwölf Jahre alt. Nach seiner Herzoperation möchte er endlich wieder überall mitmachen. Doch vorerst darf er sich noch nicht so anstrengen wie die anderen – auch wenn er sich selbst längst wieder fit fühlt.
Aber was passiert, wenn jemand behauptet, er würde sich bloß vor dem Sport drücken? Und ausgerechnet sein bester Freund schweigt?
Daraus ist eine kleine Geschichte entstanden. Über Gerüchte, Freundschaft und die Frage, wann Schweigen mehr verletzen kann als Worte.
„War doch nur Spaß“
Viel Freude beim Lesen!
Eure Schreibfeder aus Thüringen
