
Lesen mit den Ohren: Zwei Hörbuchtipps für lange Autofahrten
Erstmals im Schreibfeder-Kanal veröffentlicht am 11. August 2026.
Hallo aus meiner Schreibstube,
meine freie Zeit widme ich am liebsten dem Schreiben – und natürlich dem Lesen.
Wobei das klassische Bücherlesen bei mir gar nicht so leicht unterzubringen ist.
Morgens zwischen vier und sieben Uhr arbeite ich an meinen eigenen Projekten. Meine Me-Time ist reine Schreibzeit. Nach meinem Hauptjob und zwei bis drei Schreibworkshops pro Woche ist abends meistens die Luft raus. Schlage ich dann noch ein Buch auf, fallen mir nach wenigen Seiten die Augen zu. 😉
Eines lernt man in Schreibworkshops allerdings ziemlich schnell:
Wer gut schreiben möchte, sollte auch viel lesen.
Zum Glück hat niemand gesagt, dass man dafür unbedingt still in einem Sessel sitzen und ein Buch in den Händen halten muss.
Da ich beruflich viel Zeit im Auto verbringe, lese ich einfach mit den Ohren. 🎧📚
Auf diese Weise habe ich schon einige Hörbücher entdeckt, die mich auf langen Fahrten begleitet, zum Lachen gebracht oder gedanklich an ganz andere Orte entführt haben.
Zwei davon möchte ich euch heute besonders ans Herz legen. Beide gibt es natürlich auch ganz klassisch als Buch oder E-Book. Ihr müsst die Zeit schließlich irgendwie überbrücken, bis mein eigener Roman endlich fertig ist. 😉
Für Pferde-, Natur- und Kanadafans
„Schattenpferde der Rocky Mountains“ von Natascha Birovljev
Wer Pferde, Natur, Familiengeschichten und die Weite Kanadas mag, ist bei diesem Buch genau richtig.
Die Geschwister Lee und Lyla kehren nach vielen Jahren auf die Ranch ihres Vaters in den Rocky Mountains zurück. Dort warten nicht nur Wildpferde und eine beeindruckende Landschaft auf sie, sondern auch alte Verletzungen, unausgesprochene Wahrheiten und die Frage, ob aus einem lange verlassenen Ort wieder ein Zuhause werden kann.
Mir gefällt besonders die Mischung aus Ranchleben, Natur und all den Dingen, die innerhalb einer Familie oft viel zu lange unausgesprochen bleiben.
Es ist eine Geschichte über Menschen, die ihr ganz eigenes Gepäck mit sich herumtragen – und darüber, wie schwer es sein kann, nach Hause zurückzukehren, wenn man nicht weiß, ob man dort noch hingehört.
„Schattenpferde der Rocky Mountains“ ist der erste Band der Willow-Ranch-Reihe. Mittlerweile gibt es noch weitere Bücher der Autorin – perfekt, um sich eine ganze Weile in ihren Geschichten und der Weite Kanadas zu verlieren.
Ein Hörbuch, bei dem ich Tränen gelacht habe
„Elternabend“ von Sebastian Fitzek
Ich bin bei Büchern wirklich geizig mit dem Wort Highlight, aber dieses hat es geschafft.
Und nein – es ist kein Psychothriller. 😄
Zwei Menschen, die sich kaum kennen, landen ausgerechnet auf einem Elternabend und müssen so tun, als wären sie die Eltern eines Kindes, das sie überhaupt nicht kennen.
Das reine Chaos.
Besonders genial ist das Hörbuch, gelesen von Simon Jäger. Und das sage ich natürlich völlig objektiv und nicht etwa, weil ich ein riesiger Fan von ihm bin. 😉
Eine Szene hat mich während der Autofahrt Tränen lachen lassen:
Es geht um einen verstorbenen Hasen, den der Nachbarshund wieder ausgräbt, und um den völlig verzweifelten Versuch der Nachbarn, das Tier heimlich zu waschen, zu föhnen und zurück in seinen Stall zu legen.
Wie Schneeflöckchens Besitzerin darauf reagiert, müsst ihr euch selbst anhören. 😂
Genau das mochte ich an diesem Buch: Die Geschichte ist stellenweise völlig absurd, ohne einfach nur albern zu sein. Hinter dem ganzen Chaos steckt mehr, als man zunächst vermutet.
Es geht nicht nur um einen katastrophalen Elternabend, sondern auch um zwei Menschen, die beide ihre eigene Geschichte mitbringen.
Für mich war es eines dieser Hörbücher, bei denen ich am Ende dachte:
Schade. Schon vorbei.
Bücher müssen nicht immer gelesen werden
Früher dachte ich beim Lesen automatisch an ein Buch, eine gemütliche Ecke und ausreichend Ruhe.
Heute weiß ich: Geschichten können uns überall erreichen.
Auf dem Sofa. Im Bett. Beim Spaziergang. Beim Kochen. Oder eben auf dem Weg zur Arbeit, während draußen die Landschaft am Autofenster vorbeizieht.
Ein Hörbuch ersetzt für mich nicht das klassische Lesen. Es schenkt mir aber Geschichten in einer Zeit, in der ich sonst keine lesen könnte.
Und manchmal freue ich mich morgens sogar ein kleines bisschen auf die lange Fahrt – weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.
Wie ist es bei euch?
Lest ihr lieber mit den Augen oder mit den Ohren? Und welches Hörbuch hat euch zuletzt so richtig begeistert?
Schreibt es mir gern in die Kommentare. Vielleicht wartet dort schon meine nächste Reisebegleitung. 🎧
Mit Tinte im Herzen und einer Katze auf der Tastatur
Eure Schreibfeder aus Thüringen
