
Was ist in deiner Kiste?
Erstmals im Schreibfeder-Kanal veröffentlicht am 3. Juli 2026.
Hallo aus meiner Schreibstube,
in meiner Schreibstube ist diese Woche leider nicht ganz so viel passiert. Mein Hauptjob hat ziemlich viel Zeit geschluckt, und privat gab es ebenfalls einiges zu organisieren – unter anderem, weil wir einen neuen Kühlschrank bekommen haben.
Doch dann kam aus meiner Autorengruppe wieder ein Inspirationsschub, der es in sich hatte.
Wir arbeiten dort mit Coaches, die uns Autorinnen und Autoren immer wieder dazu anregen, über bestimmte Dinge nachzudenken. Manchmal schicken sie uns einen sogenannten Impuls der Woche.
Dieses Mal begann er mit einer Frage:
Was ist in der Kiste?
Was macht eine Figur eigentlich unvergesslich?
Ist es ihr Aussehen?
Ihr Beruf?
Oder vielleicht etwas ganz anderes?
Stellt euch vor, viele Jahre sind vergangen. Eure Hauptfigur lebt längst nicht mehr an diesem Ort – oder vielleicht überhaupt nicht mehr.
Auf einem staubigen Dachboden steht eine alte Holzkiste mit den Dingen, die von ihr geblieben sind.
Der Schreibimpuls
Ihr dürft nur fünf Gegenstände in diese Kiste legen.
Nicht mehr.
Es können ganz alltägliche oder besondere Dinge sein:
- ein abgewetzter Cowboyhut,
- ein zerlesenes Buch,
- ein vergilbtes Foto,
- ein einzelner Schlüssel,
- ein nie abgeschickter Brief,
- ein Tannenzapfen,
- eine alte Konzertkarte.
Zu jedem Gegenstand schreibt ihr zwei oder drei Sätze:
Warum hat eure Figur ihn aufbewahrt?
Welche Erinnerung oder welches Gefühl ist damit verbunden?
Was erzählt dieser Gegenstand über die Figur, ohne dass sie selbst ein einziges Wort sagen muss?
Ich fand diesen Impuls unglaublich spannend, weil solche Dinge oft mehr über eine Figur erzählen als jede lange Beschreibung.
Und ganz ehrlich:
Ihr habt doch bestimmt auch irgendwo eine solche Erinnerungskiste, oder?
In meiner liegen beispielsweise Postkarten aus vergangenen Urlauben, die ich mir manchmal selbst geschrieben habe – wie eine Art kleines Tagebuch. Dazu kommen Fotos von mir als Kind, meine ersten Liebesbriefe und natürlich noch jede Menge anderer Kitsch. 😉
Und jetzt bin ich neugierig:
Was wäre in eurer Kiste?
Oder habt ihr noch keine?
Schreibt mir gerne in die Kommentare, wie es bei euch mit euren kleinen und großen Erinnerungen aussieht. Ich freue mich darauf.
Im nächsten Beitrag öffne ich eine Kiste, die ich selbst auf einem Dachboden gefunden habe.
Was darin lag und was ich darüber geschrieben habe, ist völlig spontan entstanden. Ohne lange darüber nachzudenken. Einfach aus dem Moment heraus.
Und ja – ein bisschen emotional ist es auch geworden.
Eure
Schreibfeder aus Thüringen
