„Wenn Blüten fallen“ – warum mein Roman einen neuen Titel braucht

Hallo aus meiner Schreibstube,

heute öffne ich eine neue Tür in meinem Blog:

Autorenalltag – Ein Blick hinter die Kulissen.

Hier möchte ich euch künftig nicht nur von fertigen Kapiteln, gelungenen Schreibmomenten und kleinen Erfolgen erzählen. Auch Zweifel, Umwege und Dinge, von denen ich mich während des Schreibens wieder verabschieden muss, sollen hier ihren Platz bekommen.

Und damit wären wir auch schon beim Thema.

Ich muss mich von meinem Buchtitel trennen.

Wenn ein Arbeitstitel plötzlich mehr wird

Mein Familienroman begleitete mich eine ganze Weile unter dem Arbeitstitel „Wenn Blüten fallen“.

Anfangs war es tatsächlich nur das: ein Arbeitstitel.

Eine Bezeichnung für die Datei auf meinem Laptop. Ein Name, unter dem ich meine Notizen, Figuren und Kapitel wiederfinden konnte.

Doch irgendwann fühlte er sich nicht mehr vorläufig an.

Er passte zu meiner Geschichte, zu ihrem Verlust und zu der leisen Hoffnung, die trotz allem in ihr steckt. Die Blüten gehörten zu meinem Roman, als wären sie von Anfang an ein Teil davon gewesen.

Ich gewöhnte mich daran, den Titel auszusprechen.

Ich sah ihn gedanklich bereits auf einem Buchcover.

Und wenn mich jemand fragte, woran ich gerade schreibe, antwortete ich nicht mehr nur:

„An einem Familienroman.“

Ich sagte:

„Mein Roman heißt ›Wenn Blüten fallen‹.“

Damit hatte die Geschichte plötzlich einen richtigen Namen.

Und nun muss dieser Name wieder gehen

Bei einer genaueren Suche stellte sich heraus, dass es bereits sehr ähnliche Buchtitel gibt.

Natürlich könnte ich nun sagen:

Es ist doch nur ein Titel.

Die Geschichte bleibt dieselbe. Meine Figuren verschwinden nicht, nur weil über ihnen irgendwann andere Worte stehen. Kein Kapitel muss deshalb neu geschrieben werden und auch der Kirschbaum im Vorgarten darf bleiben. 😉

Trotzdem bin ich traurig.

Wahrscheinlich ein bisschen trauriger, als man wegen vier Wörtern sein sollte.

Aber ein Buchtitel ist eben nicht nur eine Beschriftung auf einer Datei. Er wächst während des Schreibens mit der Geschichte zusammen. Man spricht über ihn, stellt ihn sich auf einem Cover vor und beginnt irgendwann zu glauben, dass das Buch schon immer so geheißen hat.

Sich davon zu verabschieden fühlt sich beinahe so an, als müsste ich einer meiner Figuren nach Monaten plötzlich einen neuen Namen geben.

Stellt euch vor, Jonas hieße auf einmal Kevin.

Nein.

Einfach nein. 😂

Der neue Titel darf sich Zeit lassen

Natürlich habe ich bereits über mögliche neue Titel nachgedacht.

Einige klingen schön, erzählen aber nicht genug über die Geschichte. Andere passen zum Thema, fühlen sich jedoch noch nicht nach meinem Roman an.

Und manche hören sich morgens großartig an und landen spätestens am Nachmittag wieder auf dem gedanklichen Titel-Friedhof.

Deshalb möchte ich diesmal nichts erzwingen.

Vielleicht begegnet mir der neue Titel in einem Satz, den eine meiner Figuren sagt. Vielleicht versteckt er sich bereits in einem Kapitel, das ich längst geschrieben habe. Oder er taucht erst auf, wenn ich die Geschichte selbst noch ein wenig besser verstanden habe.

Ich hoffe einfach, dass er sich irgendwann beim Schreiben finden lässt.

Dass plötzlich diese eine Formulierung vor mir steht und ich sofort weiß:

Da bist du ja. So heißt meine Geschichte.

Bis dahin bleibt mein Roman natürlich nicht namenlos.

In meinem Kopf wird er vermutlich noch eine Weile „Wenn Blüten fallen“ heißen – auch wenn ich langsam lernen muss, diesen Titel wieder loszulassen.

Auch das gehört zum Autorenalltag

Vielleicht ist das ein passender Anfang für diese neue Blogkategorie.

Denn zum Schreiben gehören nicht nur Inspiration, Kaffee und fünf Seiten an einem besonders guten Morgen.

Manchmal bedeutet Schreiben auch, eine geliebte Idee wieder freizugeben.

Ein Kapitel zu streichen. Eine Figur zu verändern. Einen Plan über Bord zu werfen.

Oder sich von einem Titel zu verabschieden, auf den man sich bereits sehr gefreut hatte.

Ein bisschen darf ich noch traurig sein.

Und dann schreibe ich weiter.

Vielleicht wartet der richtige Titel bereits im nächsten Kapitel auf mich. 😉

Habt ihr schon einmal einen Namen oder eine Idee gefunden, die sich vollkommen richtig anfühlte – und musstet euch später trotzdem wieder davon trennen?

Schreibt es mir gern in die Kommentare.

Mit Tinte im Herzen und einer Katze auf der Tastatur

Eure Schreibfeder aus Thüringen 🪶

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